C.A.R.M.E.N.-Check: Energiewende

Windräder, Solarparks & Co. prägen mittlerweile vielerorts unsere Kulturlandschaft. Die dezentralen Technologien entstehen großflächig auf Freiflächen und Feldern, begleiten Straßen- sowie Schienenabschnitte und prägen somit insbesondere den ländlichen Raum. Die Errichtung von neuen Erneuerbaren-Energien-Anlagen beschäftigt somit nicht nur Wissenschaft und Politik. Der flächige Ausbau schlägt sich vielerorts auch in einem gesamtgesellschaftlichen Diskurs nieder. Für viele sind die immer schnelleren Veränderungen ein Sinnbild für Fortschritt und Zukunftsfähigkeit. Bei anderen ruft das Verlassen altbekannter Wege aus verschiedenen Gründen Verunsicherung hervor.

Hintergrund für die Energiewende

Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass unsere Kulturlandschaften schon weit vor der Energiewende von verschiedenen Praktiken der Energieversorgung geprägt waren. Heute macht der menschgemachte Klimawandel eine rasche Transformation notwendig. Deutschland hat sich zum Ziel gesetzt bis 2045 klimaneutral zu werden. Als eine Zielmarke sollen bis 2030 mindestens 80 Prozent des Stroms aus Erneuerbaren Energien stammen (BMWK). Als weitere wichtige Bausteine der Energiewende gelten die Wärmeversorgung, die Mobilität, die Energieeffizienz und der Netzausbau. Maßnahmen zum Klimaschutz erfordern daher viele große und kleine Veränderungen, die uns direkt oder indirekt im Alltag begleiten.

Welche Arten der Akzeptanz gibt es?

Laut Umfragen, wie der jährlichen Akzeptanzumfrage der Agentur für Erneuerbare Energien, unterstützen 80 Prozent der Deutschen den Ausbau Regenerativer Energien. Dennoch werden vor Ort seit Beginn der Energiewende nicht selten Konflikte sichtbar. In diesem Zusammenhang sind zwei Formen der Akzeptanz zu unterscheiden. Während Befürworter und Planer von EE-Anlagen oft von Akzeptanz sprechen, wenn kein aktiver Widerstand besteht (passive Akzeptanz), sehen Gegner oder Kritiker Akzeptanz erst bei einer klaren Befürwortung und Unterstützung vonseiten der Betroffenen (aktive Akzeptanz). Das Erreichen von Akzeptanz für Erneuerbare Energien erfordert seitens der Anwohnenden die Einsicht, dass der Ausbau sinnvoll ist und Vorteile gegenüber der etablierten Form der Energieversorgung bringt. Darüber hinaus spielt der persönliche Nutzen eine Rolle, also inwieweit jeder individuell durch die Anlagen im näheren Umfeld profitiert.

Einflussgrößen auf die Akzeptanz

Es werden drei Einflussgrößen unterschieden, die für die Akzeptanz von Energieprojekten vor Ort von zentraler Bedeutung sind. Die Verfahrensgerechtigkeit bedeutet, inwiefern der Ablauf eines Projektes von den Betroffenen als gerecht empfunden wird. Die Verteilungsgerechtigkeit, d. h. ob Lasten und Nutzen eines Projekts als gerecht verteilt empfunden werden. Und die technologiebezogene Akzeptanz, also wie ist die grundsätzliche Einstellung gegenüber der jeweiligen Erneuerbaren-Energien-Technologie.

Energiewende vor Ort gestalten

Mittlerweile gibt es bayernweit zahlreiche Orte, in denen Erneuerbare-Energien-Anlagen viele positive Effekte gebracht haben. Ein bekanntes Beispiel im Landkreis Straubing-Bogen ist die Gemeinde Ascha. Hier wurde die Dorfbevölkerung frühzeitig über die Vorhaben informiert und mit verschiedenen Klimaschutzaktionen eingebunden. Seit Jahren produziert Ascha mehr Strom und Wärme, als es selbst verbraucht. Erneuerbare Energien leisten hier einen konkreten Beitrag zur regionalen Wertschöpfung und tragen zum Dorfzusammenhalt bei. Auf der Gemeinde-Website gibt es einen Energiemotor, der die Erzeugung und Verbräuche transparent sichtbar macht.

Johanna Keil, C.A.R.M.E.N.-Expertin für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

C.A.R.M.E.N. e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, aktiv an diesem Diskurs teilzunehmen und Menschen für die Energie- und Ressourcenwende in Bayern und darüber hinaus zu sensibilisieren und zu beraten. Ein wesentlicher Baustein hierfür ist die Öffentlichkeitsarbeit, mit der sich das C.A.R.M.E.N.-Team tagtäglich über verschiedene Kanäle und Formate an die Bürgerinnen und Bürger wendet.